Filder-Zeitung : Gipfelkracher-Remis TSV B -Spvgg Cannstatt 1:1

Rudi Scherrle, 01.05.2022

Filder-Zeitung : Gipfelkracher-Remis TSV B -Spvgg Cannstatt 1:1

Auszug Filderzeitung vollständiger Bericht:
https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.fussball-bezirksliga-stuttgart-gipfelkracher-remis-mit-torjaeger-eklat.e38fc3ea-ef2e-4353-8c32-72df5d650a4a.html?reduced=true

Der TSV Bernhausen bleibt nach seinem 1:1 im mit Spannung erwarteten Duell beim Verfolger Spvgg Cannstatt Tabellenführer derFußball-Bezirksliga. Für Missstimmung sorgt aufseiten der Filderstädter ein Vorfall hinter den Kulissen.

Franz Stettmer FZ:

Am Ende ging das Licht aus. Carmine Napolitano stand noch zum Interview auf dem Spielfeld, als sein Verein Spvgg Cannstatt bereits den Stecker für die Flutmasten zog. Und so musste der Trainer im Dunkel sinnieren. Ja, was sollte man nun halten von der Sache? War das viel zitierte Glas halb voll oder halb leer? „Ich weiß es nicht so recht“, sagte Napolitano und blickte etwas ratlos drein.

Das passte dann zum Ergebnis. Unentschieden. 1:1. Der Weg war bereitet. Die Spannung war groß gewesen. Das große Gipfelduell der beiden heuer in der Stuttgarter Fußball-Bezirksliga dominierenden Mannschaften, das Ganze vor einer stattlichen Kulisse von rund 300 Zuschauern, die sich um den kleinen Kunstrasen am Neckarufer drängelten. Da hätte es eigentlich zur Dramaturgie gehört, dass es auch einen großen Sieger und einen großen Verlierer gibt. Jedoch: heraus kam eine Punkteteilung. Ein Remis, nach dem an der Spitze des Klassements erst einmal alles beim Alten bleibt. Wobei: gefühlt doch mit einem zumindest kleinen Gewinner?

Fakt ist: der TSV Bernhausen war als Tabellenführer angetreten, und er fuhr auch als Tabellenführer wieder heim. „Es war klar, dass heute noch keine Entscheidung im Titelrennen fällt. Aber unsere Position hätten wir aktuell sehr ungern hergegeben, und so nehmen wir den einen Zähler gerne mit“, sagte Napolitanos Gegenüber Christopher Eisenhardt. Als Plus kommt für die Seinen hinzu: Seit diesem Donnerstagabend sind sie die einzige Mannschaft, die allein aus eigener Kraft Meister werden kann.

Freilich: der Weg ist noch lang, acht weitere Spieltage. Und es war diesmal allemal das Wandeln auf einem schmalen Grat. Die beiden Höhepunkte: erst platzten die Gastgeber kurz vor dem Pausenpfiff mit dem Führungstor in ein bis dahin eher festgefahrenes Ringen. Ein Musterpass des Cannstatter Winterpausen-Topneuzugangs Kagan Söylemezgiller, Behar Hasanaj setzte sich im Strafraum-Zweikampf gegen Mahir Ege durch, und schon war es passiert (45.). Für Hasanaj sein 20. Saisontreffer, womit er im Wettstreit um die Schützenkanone der Filder-Zeitung nur noch zwei Tore hinter dem Führenden Aristidis Perhanidis (Ermis Metanastis) liegt. Und jener kann nicht mehr nachlegen, weil er inzwischen in die Verbandsliga gewechselt ist.

Doch die Bernhausener Antwort ließ im zweiten Durchgang dann nicht lang auf sich warten. Ege, offenbar gewillt, etwas gut zu machen, wuchtete einen Freistoßflankenball per Kopf zum Ausgleich ins Netz (53.). Vorlagengeber war der Kapitän Michel Forzano, der damit seinen überhaupt starken Auftritt als Antreiber veredelte.

Der Rest? Vor allem in den zweiten 45 Minuten wurde es der von vielen erhoffte Nervenkitzel auf hohem Liganiveau. Ein Kräftevergleich, in dem beiderseits bis zuletzt der spielentscheidende Punch möglich schien. Bernhausener Hadern hüben, dass Kristijan Cagaljs Schuss um wenige Zentimeter zu weit links am Innenpfosten landete. Cannstatter Fassungslosigkeit drüben, nachdem die eigenen Fans die Kugel auch dort bereits drin gesehen hatten. Der Gästekeeper Luis Miguel Rodrigues zeigte mit zwei bravourösen Paraden, warum er in seiner Heimat Portugal einst sogar Juniorennationalspieler war. „Solche Bälle halten in unser Spielklasse nur zwei Leute“, befand Napolitano – „unser Torhüter und der von Bernhausen.“

TSV Bernhausen: Rodrigues – Arslan, Schock, Ege, Alber – Milos (81. Zegrova), Kristijan Cagalj, Forzano, Albayrak – Böhmer (87. Karakoc), Matanovic.

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