C-Juniorinnen : Spielbericht

Kreisstaffel
6. Spieltag - 04.11.2025 18:00 Uhr
SG Stuttgart-West   TSV Bernhausen
SG Stuttgart-West 1 : 2 TSV Bernhausen
(1 : 0)

Aufstellung

 Aulona
 Linn
 Luise
 Rebecca (30' Jola)
 Sarah
 Sasha
 Senta
 Stella (30' Matea)
 Vivien
Ersatzbank
 Jola ( 30')
 Matea ( 30')

Spielstatistik

Zuschauer

20

💜 Herzschlag in Stuttgart-West Spiel gedreht beim Spitzenreiter 1:2

SG Stuttgart-West gegen TSV Bernhausen 1:2 (1:0)
04.11.2025 | Auswärtsspiel | 6. Ligaspiel | ca. 7 °C, klarer Himmel

Es war einer dieser Abende, an denen Fußball Herzklopfen ist. Stuttgart-West kam als Tabellenführer mit einem fast unwirklichen Torverhältnis von 43:2, ein echtes Schwergewicht der Liga. Schon beim Einlaufen lag Spannung in der Luft, die Atemwolken standen über dem Rasen, die Rufe von der Seitenlinie trugen weit. Man spürte, dass hier mehr als drei Punkte gespielt werden würden: Mut, Disziplin und der Glaube an das eigene Spiel.

Halbzeit 1
Vom Anpfiff an zündete Stuttgart-West ihr Tempo. Die Gastgeberinnen liefen unermüdlich an, spielten sauber durch die Halbräume, setzten Doppelpässe mit großer Präzision und zwangen uns, jeden Meter zu gehen. Unsere Abwehr schob, rückte, rückte wieder nach, manchmal einen Schritt zu spät, weil der Respekt vor dem Tabellenführer real war. In der Zentrale sprangen zu viele zweite Bälle zurück in Stuttgarter Füße, und genau daraus entstand Druck, der uns tief binden wollte.
In Minute 25 nutzte Stuttgart-West eine Lücke eiskalt zum 1:0. Kurz darauf segelte ein Eckball in den Fünfer, der Abschluss klatschte an die Latte. Da hätte es kippen können. Doch genau da zeigte die Mannschaft Charakter. Die Abstände wurden enger, das Nachschieben konsequenter, die Kommunikation lauter. Unsere Flügel arbeiteten diszipliniert nach hinten, die Zentrale nahm Wege auf, die man nicht auf dem Spielbogen sieht. Es war kein schönes Verteidigen, aber ein ehrliches. Mit jedem gewonnenen Zweikampf kam ein bisschen Ruhe zurück. Wir retteten das 1:0 in die Pause und nahmen nicht nur das Ergebnis mit, sondern auch das Gefühl, dass hier noch etwas möglich ist.


Trainer Kemal sorgte für eine ruhige Hand. Keine großen Reden, sondern präzise Anweisungen. Kleine Korrekturen mit großer Wirkung, an den Abständen, mutigere Staffelungen im Aufbau, schnellerer erster Kontakt nach Balleroberung. Vor allem die Botschaft, einfacher zu spielen, klarer zu entscheiden und als Block gemeinsam zu gehen, brachte die Köpfe wieder in die richtige Richtung.

Halbzeit 2
Nach Wiederanpfiff kippte das Spiel von Minute zu Minute. Wir griffen höher an, schoben die Kette kompakter nach, gewannen die unscheinbaren Duelle, die ein Spiel drehen können. Der zweite Ball wurde plötzlich unser Freund, und aus dieser Präsenz wuchsen Aktionen nach vorn. Ausgerechnet unsere D-Spielerinnen brachten Energie und Kreativität aufs Feld, setzten mit frechen Läufen und mutigen ersten Kontakten genau die Nadelstiche, die Stuttgart-West nicht mochte. Dann der Moment, den alle gespürt hatten, ohne ihn benennen zu können. Vivien blieb eiskalt, ein starker Pass durch das Zentrum in ihren Lauf wurde verwandelt, 1:1. Für einen Augenblick wurde die Luft leichter, die Beine fühlten sich wieder frisch an, die Köpfe waren klar.
An der Seitenlinie coachte Kemal weiter aufmerksam. Er schob Spielerinnen, ordnete, beruhigte, feuerte an. Ein Schuss aus der Distanz strich knapp vorbei, eine flache Hereingabe fand im Fünfer keinen Fuß, ein Standard tanzte durch den Raum, ohne dass jemand entscheidend drankam. Stuttgart-West blieb gefährlich, suchte mit schnellen Verlagerungen die Lücken, aber unsere Zentrale blieb stabil, die Außen schlossen, und im Rückzug stimmte die Ordnung. Jeder Sprint nach hinten war ein Bekenntnis, jeder gewonnene Zweikampf ein Stück Selbstvertrauen mehr.
Als die Uhr hinunterlief und alle schon mit dem Abpfiff rechneten, nahm Linn sich ein Herz. Zentral vor dem Tor, gut 20 bis 25 Meter. Ein sauberer erster Kontakt, ein Blick, ein entschlossener Abschluss. Der Ball stieg und fiel, traf unter die Latte, Einschlag, 1:2. Für einen Herzschlag lang herrschte Stille, dann brach die Freude los. Keine Pose, keine großen Gesten, nur dieses pure Glück, das man nicht planen kann. Die Beine waren leer, aber das Gefühl, gemeinsam etwas Großes geschafft zu haben, trug uns bis zum Abpfiff.

Fazit
Das Glück stand heute bei uns, weil wir drangeblieben sind, getragen von viel Fleiß, Mut und Zusammenhalt. Respekt an Stuttgart-West für ein starkes Spiel.

An diesem Tag haben unsere Mädels Charakter gezeigt, klug im Kopf, mutig im Herzen, sauber am Fuß. Auswärts beim Tabellenführer zu drehen ist kein Zufall, es ist harte Arbeit, es ist Glaube, es ist Teamgeist.
Danke an alle an der Linie, die jede Aktion mitgetragen haben. Und danke an euch, Mädels. Ihr habt heute gezeigt, warum wir diesen Sport lieben.


Fotos vom Spiel